Gerne wollen wir Sie an unserem Erlebnis „Gottesdienst zum Beginn des Landesnarrentreffens“ am 20. Januar 2024 in unserer Laurentiuskirche teilhaben lassen.

Gespannt haben wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht hat. Die Luft in Neckarweihingen war schon erfüllt vom närrischen Treiben. Mit großem Erstaunen stellten wir fest, dass unsere Laurentiuskirche schon eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn gut – und bunt – gefüllt war.

Kirche lebt 2 Um den Taufstein lagen zahlreiche Masken, die die Narren dort drapiert hatten.

Anstelle des Posaunenchors übten Guggenmusiker ihre Guggenmusik – Blasmusik, die im alemannischen Raum in der Fasnacht gespielt wird. Kirche lebt 1Es handelt sich um eine stark rhythmisch unterlegte, scheinbar „falsch“ bzw. „schräg“, in Wahrheit aber professionell und mehrstimmig arrangiert gespielte Blasmusik. Die Gruppe Los Titzos aus Ditzingen hatte extra für diesen Gottesdienst verschiedene Kirchenlieder einstudiert.

Nach und nach füllte sich die Kirche bis auf den letzten Platz. Und selbst die Notsitze am Ende der Bankreihen wurden ausgezogen. Die Kappenträger in den ersten Bänken fieberten aufgeregt ihrem Auftritt im ungewohnten Szenario entgegen. Als unverkleidete Kirchengemeinderätinnen fühlten wir uns fast fehl am Platz, waren doch alle anderen kostümiert. Selbst der katholische Gemeindereferent Michael Schmid hatte eine Perücke als Kopfbedeckung im Schrank gefunden. Unser Gemeindepfarrer Olaf Digel wirkte in seinem Talar in dem bunten Narrentreiben wie ein Teil des Bildes. Der Gottesdienst war ökumenisch gestaltet. Wieder einmal stellten die beiden Protagonisten ihr Können unter Beweis: Wir leben Ökumene. Ein weiterer Schwerpunkt des Gottesdienstes war die Musik mit neuen Liedern aus dem Evangelischen Kirchengesangbuch. Durch die Untermalung mit Guggenmusik wurde die Kirchenmusik einzigartig. Der Klang war raumerfüllend – wir fanden es einfach nur toll.

Der Höhepunkt des Gottesdienstes war die Predigt mit Rap-Einlage zu Versen aus dem Johannes-Evangelium, Kapitel 6,1-14 – die Speisung der 5000 in heutiger Zeit – sehr gelungen und mitreißend. Die moderne Sprache schaffte einen neuen Zugang zum alten Text und Inhalt. Die Zuhörer waren so aufmerksam, dass man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören konnte. – Gerne wieder und öfter!

Kirche lebt 3 Nach der Predigt wurde wieder gesungen und geschunkelt wie bei einer richtigen Prunksitzung. Los Titzos heizten die Stimmung an. Die BesucherInnen klatschten und trampelten - auch auf der Empore. Die Kirche war prall gefüllt mit guter Laune. Dennoch war der Gottesdienstgedanke vorhanden und man spürte die Verbindung der Narren zur Kirche. Das Kirchengebäude jedenfalls schien zu zittern ob dieser närrischen Übermacht: Die Kirche bebte.

Ein tolles und anderes Erlebnis – das könnte unsere Kirche öfters vertragen

Dr. C. Höpner und
A. Herrmann